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Wie werde ich Schiedsrichter im Kreis Lemgo?(sinngemäß übertragbar auf den gesamten FLVW) Stand: 01.01.2005 Fußball-Schiedsrichter zu werden ist gar nicht so schwer, es sieht zunächst schwieriger aus, als es ist. Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen?
Welche Voraussetzungen muss ich nicht unbedingt erfüllen?
Es ist aber vorteilhaft, wenn ich nicht zusätzlich zur Tätigkeit als Schiedsrichter auch noch aktiver Spieler bin. |
Wie fängt es an?Es beginnt damit, dass der Kreisschiedsrichterausschuss einen Termin für den Beginn eines Anwärterlehrganges in der Presse und über das Internet bekannt gibt. Diese Lehrgänge finden 2x im Jahr (Frühjahr/Herbst) statt, wenn sich genügend Teilnehmer finden. Möglicherweise erfolgt eine Zusammenlegung der Teilnehmer aus dem Kreis Detmold mit dem Kreis Lemgo. Die Anmeldungen können bei den Lehrwarten Stefan Wattenberg oder Michael Knöner getätigt werden. Die Telefon-Nummern werden in der Presse bekannt gegeben, jeder Verein verfügt aber auch über die Namen und Anschriften. Am 1. Lehrabend werden die Termine für die weiteren Schulungen mit den Teilnehmern abgesprochen, der Lehrgang wird über ca. 3 Wochen verteilt an 2 Abenden in der Woche durchgeführt. Der Schulungsort wird je nach Anmeldungen vom Kreis Lemgo oder Detmold ausgerichtet. Die Lehrarbeit wird durch den Kreisschiedsrichterlehrwart und seinen Stellvertreter gestaltet. Insgesamt werden alle 17 Regeln durchgesprochen. Dabei werden einige Regeln nur ganz kurz erläutert, andere werden dafür intensiver behandelt, weil sie für die Tätigkeit als SR von größerer Bedeutung sind. Dabei braucht niemand Sorge zu haben, dass er überfordert wird. Die Erläuterungen werden auch mit Hilfe eines Tageslichtschreibers, eines Video-Beamers, und auch durch den Einsatz von Dia`s oder DVD`s gegeben. Praktische Beispiele aus aktuellen TV-Übertragungen/Berichten, die vielleicht einige Teilnehmer gesehen und noch gut in Erinnerung haben, werden auch gern zur Erläuterung genommen. Fragen können an den Abenden jederzeit gestellt werden, sei es aufgrund eigener Erfahrungen als Spieler, sei es als Zuschauer oder sei es aus der Regel heraus, die gerade behandelt wird. Im Laufe des Lehrganges wird man zielgerichtet auf die Prüfung vorbereitet. Die Prüfung selbst besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. Sie wird unter der Leitung eines Mitgliedes des Verbandsschiedsrichterausschusses durchgeführt. Im theoretischen Teil muss ein Fragebogen mit 30 Fragen schriftlich beantwortet werden. Dabei darf man höchtens 6 Fehler machen, wobei es auch u.U. ½ Fehlerpunkte geben kann, wenn z.B. vergessen wurde, dass ein Spieler für ein Foulspiel mit der gelben Karte verwarnt werden muß. Der praktische Teil der Prüfung wird am selben Tag auf einem Sportplatz mit 400m-Bahn durchgeführt. Das kann sowohl eine Tartan-, wie auch eine Aschenbahn sein. Folgende Disziplinen müssen die männlichen Prüflinge ablegen: (egal wie alt)
Folgende Disziplinen müssen die weiblichen Prüflinge erfüllen: (egal wie alt)
Beim Lehrgang erhält jeder Anwärter ein Regelheft und ein Heft, in dem viele Fragen und die dazugehörenden Antworten für alle 17 Regeln aufgeführt sind Im Laufe des Lehrganges sollte man dem Ausbildungsleiter 1 Passbild übergeben. |
Wie geht es dann weiter?Nach Bestehen der Prüfung ist man zunächst für ein halbes Jahr „Schiedsrichter auf Probe". Man erhält kurze Zeit später einen SR-Ausweis, der zum kostenlosen Besuch von Fußballspielen auf DFB-Ebene (einschl. Bundesliga) berechtigt. Man kann sich in den großen Stadien aber den Platz nicht aussuchen, hier gibt es feste Bereiche, zu denen man freien Zutritt hat. Dann muss der neue SR eingekleidet werden. Dabei helfen die Vereine gern, auch ältere SR können gefragt werden, wo man was bekommt. In den meisten Vereinen ist es üblich, dass die Kosten übernommen werden. Zur Grundausstattung gehören: Darüber hinaus gibt es so genannte SR-Mappen zu kaufen. In diesen Mappen ist das ganze Zubehör enthalten, was man sonst noch benötigt. (Gelbe und rote Karte, Trillerpfeife, Wählmarke) Dann muss man sich noch entweder über den Verein oder über ältere Schiedsrichter so genannte Spielnotizkarten besorgen, auf denen man während des Spiels die Tore, die Verwarnungen, die Platzverweise usw. notiert. Die ganze Grundausstattung kostet mit Schuhen ca. 180,- EURO, aber wie bereits erwähnt, übernehmen die Vereine meist die Kosten. Denn durch die Tätigkeit als SR macht sich das für einen Verein dadurch wieder bezahlt, dass für einen fehlenden SR weniger Strafgelder bezahlt werden müssen, wenn der Verein das Soll nicht erfüllt. In vielen Vereinen ist es auch noch üblich, dass die Schiedsrichter keine Mitgliedsbeiträge zu entrichten haben. |
Wie werde ich zu Spielen angesetzt?Man bekommt dazu zeitgerecht vom Kreisschiedsrichterobmann eine Liste mit den Spielen, die man zu leiten hat. Zusätzlich wird man noch von den Heimvereinen für die Spiele schriftlich eingeladen, dort kann man die genaue Anstoßzeit und den genauen Spielort entnehmen. Je nach Alter und Können, wird man dann schon früher oder später im Seniorenbereich zu Spielleitungen eingeteilt. Gerade in den ersten Spielen zeigt sich, wer später ein guter SR wird, „Spätzünder" gibt es natürlich auch. Oft verliert man schon nach wenigen Spielen wieder die Lust, weil man durch die Mannschaften nicht so behandelt wird, wie es sein sollte. Dann gilt es, die Zähne zusammenzubeißen und durchzuhalten, dann hat man es auch bald geschafft und steht souverän über den Dingen. Für die geleiteten Spiele bekommt man je nach Spielklasse unterschiedliche Spesen und dazu eine Km-Pauschale von z.Zt. € 0,30 für jeden gefahrenen Kilometer. |
Wie werde ich weitergebildet?Die Schiedsrichter werden je nach Wohnort zu einer der 3 Schulungsgruppen, wo alle Schiedsrichter weitergebildet werden eingeladen. Die Besuche der Lehrabende (min. 50 %) ist Pflicht, sonst müssen Ordnungsgelder bezahlt werden. |
Wie kann ich aufsteigen?Gerade bei jungen Schiedsrichtern sind die Chancen für einen schnellen Aufstieg gegeben, wenn erkennbar ist, dass jemand den Willen und das Können mitbringt, um höhere Aufgaben zu übernehmen. Dazu hat der Verband Förderkader eingerichtet, in denen junge Talente gezielt weitergebildet werden. Dann kann es sein, dass ein junger SR schon mit 21 Jahren in der Landesliga tätig ist, der Weg dorthin ist aber steinig, man muss sich mit Konkurrenten aus anderen Kreisen messen. Leicht ist der Weg nicht, denn es kommt auf die Prüfungsergebnisse (praktisch u. theoretisch) und vor allem auch auf die so genannten Beobachtungen an. Dazu kommt ein extra dafür ausgebildeter, meist ehemaliger aktiver SR, auf den Sportplatz und benotet die Leistung eines Aufstiegskandidaten. Die bereits Lebens - älteren Neulinge haben natürlich auch noch die Chancen auf einen Aufstieg, hier muss man allerdings eine „Ochsentour" hinter sich bringen, bei der man die erste Hürde bereits auf Kreisebene zu nehmen hat. |
Muss ich die Prüfung jährlich wiederholen?Ja, jeder Schiedsrichter muss 1x im Jahr die komplette Prüfung vor dem Kreisschiedsrichterausschuss wiederholen, bei SR`n , die über die Kreisebene hinaus tätig sind, die 1x jährlich auf der Verbandsebene eine Prüfung ablegen. Dabei sind die praktischen Prüfungsteile leicht abgeändert. Die Kameraden, die für eine Förderung vorgesehen sind, müssen noch darüber hinaus in besonderen Lehrgängen zeigen „was sie drauf" haben. Diese Zusammenfassung sprengt schon fast den Rahmen, und doch kann hier auch möglicherweise nicht jede Frage beantwortet sein, die in Zusammenhang mit der Schiedsrichterausbildung steht. Weitergehende Fragen können auf dem Anwärterlehrgang oder den Schulungen gestellt werden. Schiedsrichter zu sein, bedeutet Verantwortung zu tragen, bedeutet, sich gelegentlich nicht nur Freunde zu schaffen, bedeutet aber auch, Spaß, Freude und Zufriedenheit zu haben, auch wenn es nicht immer nach dem Motto geht: Sei fair zum 23. Mann Aber auf ein Spiel, bei dem man mit sich oder die Spieler mit dem SR nicht so ganz zufrieden waren, folgen viele Spiele, wo man sich sagt: „Heute lief es gut, es hat Spaß gemacht !" |






